Frau mit Brille in rotem Pullover
26.08.2025

„LinkedIn war nicht meine erste Liebe – aber heute ist es eines meiner stärksten Werkzeuge“

Lina Elsner über Sichtbarkeit, Geschwisterdynamik und ihr Gespür für Zukunftsthemen

WORT+MARKE im Gespräch mit Lina Elsner – Nachfolgerin in der Geschäftsführung bei ELSNER Elektronik. Ein Familienunternehmen für Gebäudeautomation, das sie gemeinsam mit ihrem Bruder in zweiter Generation leitet. Lina spricht über Verantwortung, Respekt, ihr Umdenken in Sachen Sichtbarkeit und die Kraft eines klaren Leitbilds.

 

W+M: Liebe Lina, du führst das Unternehmen gemeinsam mit deinem Bruder. War dir schon früh klar, dass du diesen Weg gehen willst?

Lina Elsner: Eigentlich nicht. Ich wollte noch anderes ausprobieren, um mir wirklich sicher zu sein.  Der Impuls kam während meines Masterstudiums. Ich habe in einem Autohaus ein Praktikum gemacht – und gemerkt, wie sehr mein Kopf trotzdem ständig im eigenen Unternehmen war. Ab da wurde es konkret. Die gemeinsame Nachfolge mit meinem Bruder hat sich dann Stück für Stück entwickelt.

 

W+M: Wie teilt ihr euch die Verantwortung?

Lina Elsner: Ganz klar 50:50 – aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ich bin für Finanzen, Einkauf, Controlling und Personal zuständig, mein Bruder für Marketing, Technik, Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Wir haben ein paar klare Regeln, damit Privates und Berufliches nicht verschwimmen – zum Beispiel, dass wir am Wochenende vorher fragen, ob ein geschäftliches Thema gerade passt. Das hilft ungemein, die Balance zu halten.

 

W+M: Was war dein größtes Learning beim Generationenwechsel?

Lina Elsner: Wie viel Wissen im Unternehmen steckt. Vor allem in den Köpfen der Mitarbeitenden. Das hat mich echt beeindruckt. Und: Ein respektvoller Umgang mit der Vorgängergeneration ist enorm wichtig. Unsere Eltern hatten nicht nur zwei Kinder – sie haben auch ELSNER erfolgreich großgezogen. Und nur weil wir Dinge anders machen, heißt das nicht, dass vorher alles falsch war.

 

W+M: Was treibt dich in deiner Arbeit besonders an?

Lina Elsner: Das Teamgefühl. Ich arbeite mit tollen Menschen, wir sind per Du, begegnen uns auf Augenhöhe. Und unsere Branche – die Gebäudeautomation – ist so zukunftsorientiert, so relevant für Nachhaltigkeit und Effizienz. Ich stehe zu 100 % dahinter. Das motiviert mich jeden Tag.

 

W+M: Du bist auf LinkedIn sichtbar – sehr reflektiert und regelmäßig. Was bedeutet Sichtbarkeit für dich?

Lina Elsner: Authentische, ehrliche Einblicke. Ich will zeigen, wie Unternehmensführung wirklich aussieht – nicht durch die „LinkedIn-Bubble“-Brille, sondern wie’s im Alltag läuft. Für potenzielle Mitarbeitende, unser Team, Kund:innen, Partner. Transparenz ist mir wichtiger als polierte Hochglanzfassaden.

 

W+M: Wie kam es zu deiner Aktivität auf LinkedIn?

Lina Elsner: Mein Bruder hat angefangen – und ich war ehrlich gesagt erst skeptisch. Ich dachte: Wen interessiert das? Was habe ich schon zu erzählen? Aber bereits der erste Post hat unglaublich viele Reaktionen ausgelöst. Das war mein persönlicher Wendepunkt.

 

W+M: Welche Wirkung spürst du durch deine Sichtbarkeit?

Lina Elsner: Die Wirkung ist riesig. Unsere meisten Neueinstellungen kommen direkt oder indirekt über LinkedIn. Wir bekommen sehr viel positive Rückmeldungen auf das, was wir tun. Auch von Unternehmen in unserer Branche. Das zeigt: Sichtbarkeit wirkt – auch im B2B.

 

W+M: Und intern?

Lina Elsner: Wir kommunizieren nach wie vor viel über Teams und haben einen monatlichen internen Newsletter. Das ist mir wichtig. Denn Sichtbarkeit im Unternehmen heißt für mich: ansprechbar sein, greifbar sein, präsent sein. Nicht nur digital – auch vor Ort und direkt für die Mitarbeitenden.

 

Sichtbarkeit ist wie ein Muskel: Man wächst mit der Übung.

 

W+M: Was würdest du anderen Nachfolgerinnen raten, die noch zögern?

Lina Elsner: Traut euch und springt rein in die Sichtbarkeit. Auch wenn man das Gefühl hat, man hätte nichts zu erzählen – einfach anfangen. Sichtbarkeit ist wie ein Muskel: Man wächst mit der Übung. Und gerade für Nachfolgerinnen ist es wichtig, Gesicht zu zeigen. Sonst gewinnt man keine Talente, keine Verbündeten, keine Sichtbarkeit für seine Themen.

 

W+M: Wir haben gemeinsam euer Leitbild entwickelt. Was bedeutet das für dich?

Lina Elsner: Es schafft Orientierung. Alle arbeiten in unterschiedliche Richtungen, aber mit dem gleichen Ziel. Wir stehen als Unternehmen für etwas. Und das haben wir nun klar definiert. Das macht vieles auch im Onboarding, in Mitarbeitergesprächen oder in Konfliktsituationen klarer.

 

W+M: Wenn du deiner Personal Brand einen Claim geben müsstest – wie würde der lauten?

Lina Elsner: Vielleicht so: „Innovation trifft Verantwortung.“
Denn genau das ist unser Anspruch: Technik mit Sinn. Und Unternehmensführung mit Haltung.

 

W+M: Vielen Dank, Lina, für deine Offenheit und Klarheit. Wir sind gespannt, was noch kommt – und freuen uns, dich dabei zu begleiten.

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